Friedhof Halbe

Der Kessel von Halbe

Im April 1945 bildeten Panzereinheiten der Roten Armee einen Kessel um die Reste der geschlagenen 9. Armee des Generals Busse, der das Kapitulationsangebot ablehnte. Der Durchhaltewille von Wehrmachstverbänden, SS-Einheiten, Volkssturm und Hitlerjugend hinterließ kurz vor Kriegsende ein Schlachtfeld mit geschätzten 40.000 bis 120.000 toten Soldaten und Zivilisten.

Der Waldfriedhof in Halbe

Im Jahre 1951 wurde der Walfriedhof durch die Bemühungen des Pfarrers Ernst Teichmann eingerichtet. Über 23.000 Soldaten, von denen 8.000 namentlich bekannt sind, wurden in den Folgejahren aus den umgebenden Wäldern umgebettet. Hier liegen die  Helden  der alten und neuen Nazis begraben - die "tapferen" Wehrmachtssoldaten und Angehörige der Waffen-SS.

Neben den Tätern liegen im Gräberfeldern X in den Reihen 17 und 18 auch 57 Deserteure bzw. Wehrmachtsjustizopfer, verurteilte und hingerichtete Soldaten, die erst 1956 vom Soldatenfriedhof Dallgow-Döberitz umgebettet wurden. 37 sowjetische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die ebenfalls auf dem Waldfriedhof im Gräberfeld XI ihre letzte Ruhe fanden, kamen aus den umliegenden Gemeinden und Zwangsarbeiterlagern und starben an den Folgen von Hunger und Entkräftung.

Seit 1. Januar 2002 verwaltet der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge den Waldfriedhof in Halbe.

Halbe als Nazi-Wallfahrtsort

Schon vor 1989 war der Friedhof eine Kultstätte der Neonaziszene der DDR, die in den Wäldern rund um Halbe nach Waffen und andere Militaria-Gegenständen grub. 1990 und 1991 fanden dort am "Volkstrauertag" Aufmärsche statt, bei denen Nazis aus dem gesamten braunen Spektrum uniformiert und mit Fackeln über den Friedhof marschierten. Damals erschienen alle, die in der Naziszene Rang und Namen hatten: FAP, Wiking-Jugend, Nationalistische Front (NF), Deutsche Kulturgemeinschaft (DKG), Junge Nationaldemokraten (JN), Vandalen...

Zum ersten Mal nach über zehn Jahren verbotsbedingter Pause marschierten am 15. November 2003 militante Alt- und Neonazis unter Führung des Hamburger Nazi-Kaders Christian Worch am "Volkstrauertag" zum "Heldengedenken" in Halbe bei Berlin. Auch 2004 mobilisieren der "Freundeskreis Halbe" und das "Ehrenkomitee 8. Mai" unter dem Motto "Ruhm und Ehre dem deutschen Frontsoldaten!" für den 13. November in nationalsozialistischer Tradition in den Dahme-Spree-Kreis.