Presseinformation
30.08.2004

 

PRESSEEINLADUNG

ÖFFENTLICHE VORSTELLUNG DES AURFRUFS
"EIN DENKMAL FÜR DIE WEHRMACHTDESERTEURE in Halbe!"

Im April 1945 bildete die Rote Armee in der Gegend um Halbe einen Kessel um die Reste der geschlagenen 9. Armee, die ein Kapitulationsangebot ablehnte. Mehrere zehntausend Soldaten und Zivilisten fielen im Zuge dieser letzten Kesselschlacht des 2. Weltkrieges dem NS-Durchhaltewillen zum Opfer. Nicht zuletzt kam es auch in Halbe in den letzten Kriegstagen zu standrechtlichen Erschießungen von Deserteuren.

Statt in Halbe all jener zu gedenken, die sich der nationalsozialistischen Mord- und Terror­maschinerie verweigert haben, wird Halbe nunmehr jedes Jahr aufs Neue zu einem Wallfahrtsort nationalsozialistischen Heldengedenkens durch Aufmärsche von Alt- und Neonazis. Das unterschiedslose Gedenken von offizieller Seite am "Volkstrauertag" leistet einer Vermischung von Opfern und Tätern Vorschub.

Mit dem Aufruf wollen die Initiative und die ErstunterzeichnerInnen dafür eintreten, in Zukunft der Deserteure zu gedenken und ihnen, die sich dem Dienst in Hitlers verbrecherischen Krieg entzogen haben, zu danken. Wir wollen öffentlich dafür eintreten, den Wehrmachtsdeserteuren ein Denkmal hier in Halbe zu setzen, auch als Zeichen gegen NS-Heldenverehrung und Beschwörung faschistischen und soldatischen Opfertodes. Mit dem geplanten Denkmal sollen ausnahmslos alle Wehrmachtsdeserteure geehrt werden, dies gerade vor dem Hintergrund, dass denjenigen Deserteuren, die mit der Waffe gegen NS-Deutschland kämpften, bis heute die gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung für erlittenes Unrecht versagt blieb.

Unsere Initiative möchte Ihnen am Antikriegstag gemeinsam mit Erstunterzeichnern den Aufruf "Ein Denkmal für die Wehrmachtsdeserteure in Halbe!" vorstellen.

 

Ort: Vor dem Gebäude des ehemaligen Reichskriegsgerichts am Witzlebenplatz
Witzlebenplatz 1-2/Witzlebenstraße 4-5
14 057 Berlin
Zeit: Mittwoch, den 1. September 2004
11.00 Uhr
Mit: Ludwig BAUMANN (Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz)
Heinrich FINK (Vorsitzender BdA/VVN)
Franz von Hammerstein (Kurator Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste)

Moderation: Lothar Eberhardt (für die Initiative)

Wir würden uns freuen, Sie zu diesem Pressegespräch begrüßen zu dürfen.

 

Pressemappe zum 01.09.2004