Ludwig Baumann

Ludwig Baumann wurde am 13.12.1921 in Hamburg geboren. Als 19-jähriger wurde er in die Wehrmacht eingezogen. Stationiert bei Bordeaux/Frankreich desertierte er gemeinsam mit seinem Freund Kurt Oldenburg am 3. Juni 1942, weil sie erkannt hatten, "dass es ein verbrecherischer, völkermörderischer Krieg war". Bereits am folgenden Tag wurden beide gefasst.

Ludwig Baumann wurde am 30. Juni 1942 wegen "Fahnenflucht im Felde" zum Tode verurteilt. Von der Umwandlung der Todesstrafe in eine 12-jährige Zuchthausstrafe erfuhr er erst nach zehn Monaten täglicher Todesangst. Er wurde in das KZ Esterwegen, eines der berüchtigten Moorlager im Emsland, und später in das Wehrmachtsgefängnis Torgau gesteckt. Wie viele andere Deserteure wurde er in das so genannte Bewährungsbataillon 500 an die Ostfront gezwungen.

In den 1980er Jahren engagierte er sich in der "Dritte-Welt"- und Friedensbewegung. 1990 gründete er die "Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz", deren Vorsitzender er ist und tritt seitdem beharrlich für die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure, Wehrkraftzersetzer und Kriegsdienstverweigerer ein. Für sein friedenspolitisches Engagement wurde er Mitte der 1990er Jahre mit dem Aachener Friedenspreis und dem Sievershäuser Friedenspreis ausgezeichnet.

Mehr Informationen zu Ludwig Baumann und der "Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz" auf den Seiten des Vereins zur Förderung antimilitaristischer Traditionen in der Stadt Potsdam e.V. und auf den Seiten der Berliner 
Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär.